Kostenloser Mietrecht-Rechner | Datenstand: Februar 2026
MMein Mietcheck
Aktualisiert: März 2026

Nebenkostenabrechnung

Alles, was Sie als Mieter wissen müssen: Welche Kosten sind erlaubt? Welche verboten? Fristen, Widerspruch und Betriebskostenspiegel — verständlich erklärt.

50 %

der Abrechnungen fehlerhaft

Ø 300 €

Ersparnis bei Widerspruch

17

umlagefähige Kostenarten

12 Mon.

Abrechnungsfrist

Was ist eine Nebenkostenabrechnung?

Die Nebenkostenabrechnung (rechtlich korrekt: Betriebskostenabrechnung) ist die jährliche Abrechnung aller umlagefähigen Betriebskosten einer Mietwohnung nach §2 BetrKV. Der Vermieter legt die tatsächlich angefallenen Kosten offen und rechnet sie gegen die monatlichen Vorauszahlungen ab.

Das Ergebnis: Entweder müssen Sie nachzahlen (Kosten höher als Vorauszahlungen) oder Sie erhalten ein Guthaben zurück. Laut Deutschem Mieterbund ist jede zweite Abrechnung fehlerhaft — eine Prüfung lohnt sich fast immer.

So funktioniert die Abrechnung

Gesamtkosten

je Kostenart

÷

Gesamteinheiten

m², Personen etc.

×

Ihre Einheiten

Ihre m², Personen

=

Ihr Anteil

pro Kostenart

Summe aller Anteile − Ihre Vorauszahlungen = Nachzahlung oder Guthaben

Die 17 umlagefähigen Betriebskosten

Diese Kostenarten darf der Vermieter nach §2 BetrKV auf Sie umlegen — vorausgesetzt, sie sind im Mietvertrag vereinbart.

🏛️
§2 Nr. 1

Grundsteuer

Kommunale Steuer auf das Grundstück

0,19

/m²/Mon.

💧
§2 Nr. 2

Wasserversorgung

Kaltwasser, Wasserzähler, Wasseraufbereitung

0,26

/m²/Mon.

🚿
§2 Nr. 3

Entwässerung

Kanalgebühren, Niederschlagswasser

0,19

/m²/Mon.

🔥
§2 Nr. 4

Heizung

Brennstoff, Wartung, Betriebsstrom, Schornsteinfeger

1,07

/m²/Mon.

🌡️
§2 Nr. 5

Warmwasser

Warmwassererzeugung (wenn zentral)

0,27

/m²/Mon.

🛗
§2 Nr. 6

Aufzug

Betriebsstrom, Überwachung, TÜV, Reinigung

0,18

/m²/Mon.

🧹
§2 Nr. 7

Straßenreinigung

Kommunale Gebühren, Winterdienst

0,06

/m²/Mon.

🗑️
§2 Nr. 8

Müllbeseitigung

Restmüll, Biotonne, Papier, Gelber Sack

0,24

/m²/Mon.

§2 Nr. 9

Gebäudereinigung

Treppenhaus, Flure, Gemeinschaftsräume

0,12

/m²/Mon.

🌳
§2 Nr. 10

Gartenpflege

Rasenmähen, Heckenschnitt, Bäume, Spielplatz

0,08

/m²/Mon.

💡
§2 Nr. 11

Beleuchtung

Strom für Flure, Treppenhaus, Außenbeleuchtung

0,04

/m²/Mon.

🔧
§2 Nr. 12

Schornsteinfeger

Kehr- und Überprüfungsgebühren

0,03

/m²/Mon.

🛡️
§2 Nr. 13

Sach-/Haftpflichtversicherung

Gebäude, Glas, Haftpflicht, Elementar

0,19

/m²/Mon.

👷
§2 Nr. 14

Hauswart

Gehalt, Sozialabgaben des Hausmeisters

0,18

/m²/Mon.

📡
§2 Nr. 15Geändert 2024

Gemeinschaftsantenne

Seit 01.07.2024: Kabel-TV NICHT mehr umlagefähig (§71 TKG)

🧺
§2 Nr. 16

Waschküche

Betriebskosten gemeinschaftlicher Waschmaschinen

0,03

/m²/Mon.

📎
§2 Nr. 17

Sonstige Betriebskosten

Nur wenn konkret im Mietvertrag benannt!

0,04

/m²/Mon.

Durchschnittswerte je m²/Monat basierend auf dem DMB-Betriebskostenspiegel. Regionale Abweichungen möglich.

Nicht umlagefähig

Verbotene Kostenpositionen

Diese Kosten darf der Vermieter nicht auf Mieter umlegen. Sie sind mit der Kaltmiete abgegolten.

Verwaltungskosten

Honorar Hausverwaltung, Buchführung, Porto, Bankgebühren

§1 Abs. 2 Nr. 1 BetrKV

Reparaturen

Rohrbruch, Heizungspumpe, Malerarbeiten, Dachreparatur

§1 Abs. 2 Nr. 2 BetrKV

Instandhaltungsrücklage

Rücklagen der WEG für künftige Reparaturen

BGH VIII ZR 167/03

Mietausfallversicherung

Dient allein dem Vermögensinteresse des Vermieters

§1 Abs. 2 BetrKV

Rechtsschutzversicherung

Versicherung des Vermieters gegen Mietstreitigkeiten

BGH-Rspr.

Kabelgebühren (ab 01.07.2024)

TV-Kabelanschluss nicht mehr umlagefähig seit Glasfasergesetz

§71 TKG

Leerstandskosten

Kosten leerstehender Wohnungen dürfen nicht umverteilt werden

BGH VIII ZR 159/09

Sonstige ohne Vereinbarung

"§2 Nr. 17 BetrKV" allein genügt nicht — muss konkret benannt sein

BGH VIII ZR 167/03

Fristen im Überblick

Die wichtigsten Fristen bei der Nebenkostenabrechnung — ein verpasster Termin kann bares Geld bedeuten.

📅

Abrechnungsfrist

Vermieter · 12 Monate

Der Vermieter muss die Abrechnung spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zustellen. Kommt sie später: Keine Nachzahlung! Ein Guthaben bleibt fällig.

§556 Abs. 3 S. 2 BGBBsp.: AZ 01.01.–31.12.2024 → Frist bis 31.12.2025
✍️

Einwendungsfrist

Mieter · 12 Monate

Sie haben 12 Monate nach Zugang der Abrechnung Zeit für Einwände. Danach sind inhaltliche Fehler „geheilt“. Formelle Mängel können Sie weiterhin rügen.

§556 Abs. 3 S. 5-6 BGBBsp.: Zugang 15.03.2025 → Einwände bis 15.03.2026

Verjährungsfrist

Beide · 3 Jahre

Ansprüche aus der Betriebskostenabrechnung verjähren nach 3 Jahren (reguläre Verjährung). Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.

§195 BGBBsp.: Abrechnung zugestellt 2025 → verjährt Ende 2028

Betriebskostenspiegel 2024

Durchschnittliche Betriebskosten pro m² und Monat laut Deutschem Mieterbund (DMB). Vergleichen Sie Ihre Kosten mit dem Bundesdurchschnitt.

KostenpositionEUR/m²/Mon.Anteil
Heizung & Warmwasser1,3446,7%
Wasser & Entwässerung0,4515,7%
Grundsteuer0,196,6%
Müllbeseitigung0,248,4%
Gebäudeversicherung0,196,6%
Hauswart0,186,3%
Aufzug0,186,3%
Sonstige (Reinigung, Garten, Licht etc.)0,103,5%
Gesamt2,87 €100 %

Quelle: Deutscher Mieterbund (DMB), Betriebskostenspiegel 2024. Durchschnitt für Gesamtdeutschland. Ihre tatsächlichen Kosten können je nach Lage, Gebäudetyp und Energieeffizienz erheblich abweichen.

Ihre 5 wichtigsten Rechte

1

Belegeinsicht

Sie dürfen alle Originalbelege (Rechnungen, Verträge) beim Vermieter oder der Hausverwaltung einsehen.

§259 BGB

2

Widerspruch

Sie können inhaltlich falsche Positionen schriftlich rügen — innerhalb der 12-Monats-Einwendungsfrist.

§556 Abs. 3 BGB

3

Zahlung unter Vorbehalt

Bei Streit: Zahlen Sie und behalten sich die Rückforderung vor. Schützt vor Kündigung.

§286 BGB

4

Kürzungsrecht Heizkosten

Werden Heizkosten nicht verbrauchsabhängig abgerechnet, dürfen Sie 15 % kürzen.

§12 HeizkV

5

CO₂-Kostenaufteilung

Fehlt die CO₂-Aufteilung in der Abrechnung, dürfen Sie 3 % Ihrer Heizkosten kürzen.

§11 CO₂KostAufG

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Häufige Fragen

Was ist eine Nebenkostenabrechnung?
Die Nebenkostenabrechnung (auch Betriebskostenabrechnung) ist die jährliche Abrechnung der Betriebskosten einer Mietwohnung. Der Vermieter legt die tatsächlich angefallenen Kosten offen und rechnet sie gegen die monatlichen Vorauszahlungen des Mieters. Ergebnis ist entweder eine Nachzahlung oder ein Guthaben.
Was ist der Unterschied zwischen Nebenkosten und Betriebskosten?
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe synonym verwendet. Rechtlich korrekt sind "Betriebskosten" nach §1 BetrKV. Nebenkosten können auch nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Reparaturen) umfassen. In der Praxis meinen Mieter mit "Nebenkostenabrechnung" fast immer die Betriebskostenabrechnung.
Wie lange hat der Vermieter Zeit für die Abrechnung?
12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums (§556 Abs. 3 S. 2 BGB). Beispiel: Abrechnungszeitraum 01.01.–31.12.2024 → Fristende 31.12.2025. Kommt die Abrechnung später, entfällt die Nachzahlungspflicht. Ein Guthaben bleibt aber fällig.
Wie lange kann ich als Mieter Einwände erheben?
12 Monate ab Zugang der Abrechnung (§556 Abs. 3 S. 5-6 BGB). Danach sind inhaltliche Fehler „geheilt“. Formelle Mängel (fehlende Gesamtkosten, kein Verteilerschlüssel) können auch später noch gerügt werden.
Was muss eine korrekte Nebenkostenabrechnung enthalten?
Laut BGH (VIII ZR 93/15) sind 4 Mindestangaben nötig: (1) Gesamtkosten je Kostenart, (2) Erklärung des Verteilerschlüssels, (3) nachvollziehbarer Rechenweg (Nenner/Zähler), (4) Abzug der geleisteten Vorauszahlungen. Fehlt eine Angabe, ist die Abrechnung formell unwirksam.
Was sind nicht umlagefähige Nebenkosten?
Verwaltungskosten (Honorar, Buchführung), Reparaturen, Instandhaltungsrücklage, Mietausfallversicherung und seit 01.07.2024 auch Kabelgebühren (§71 TKG). Diese Kosten sind mit der Kaltmiete abgegolten und dürfen nicht auf Mieter umgelegt werden (§1 Abs. 2 BetrKV).
Wie hoch sind durchschnittliche Nebenkosten pro m²?
Laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes liegen die durchschnittlichen Nebenkosten bei etwa 2,87 EUR/m²/Monat (mit Heizung und Warmwasser). Ohne Heizung sind es ca. 1,53 EUR/m². Regionale Unterschiede sind erheblich — in Großstädten oft deutlich höher.
Was tun bei zu hoher Nachzahlung?
1) Abrechnungsfrist prüfen (12 Monate eingehalten?). 2) Formelle Wirksamkeit prüfen (4 Pflichtangaben vorhanden?). 3) Verbotene Kosten identifizieren. 4) Beträge gegen Betriebskostenspiegel vergleichen. 5) Belegeinsicht beim Vermieter nehmen. 6) Schriftlich widersprechen. 7) Bei Unsicherheit: Mieterverein oder Fachanwalt.
Muss ich die Nachzahlung zahlen, wenn die Abrechnung fehlerhaft ist?
Bei formeller Unwirksamkeit: Nein, bis eine korrekte Abrechnung vorliegt. Bei inhaltlichen Fehlern: Empfehlung "Zahlung unter Vorbehalt der Rückforderung" — das verhindert eine Kündigung wegen Zahlungsverzug und sichert Ihr Rückforderungsrecht.
Was hat sich 2024/2025 bei den Nebenkosten geändert?
Drei wichtige Änderungen: (1) Seit 01.07.2024 sind Kabelgebühren nicht mehr umlagefähig (§71 TKG). (2) Die CO₂-Kostenaufteilung nach dem 10-Stufen-Modell ist seit 2023 Pflicht (CO₂KostAufG). (3) Die Grundsteuerreform 2025 kann zu veränderten Grundsteuerbeträgen in der Abrechnung führen.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an Ihren örtlichen Mieterverein oder einen Fachanwalt für Mietrecht.