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Kündigungsfrist Mietvertrag 2026

Kündigungsfrist Mietwohnung berechnen — mit 3. Werktag und Feiertags-Prüfung

§573c BGB3. Werktag automatischFeiertage bundesweit
Kündigung erhalten oder gesendet — wann endet der Vertrag?

Beginn des Mietverhältnisses

Zugang beim Empfänger (nicht Absendedatum)

Alle Berechnungen im Browser. Keine Datenspeicherung.

Gesetzliche Kündigungsfristen im Überblick

Die Kündigungsfrist für Mieter beträgt immer 3 Monate, unabhängig von der Wohndauer. Für Vermieter verlängert sich die Frist nach 5 und 8 Jahren um jeweils 3 Monate (§573c Abs. 1 BGB).

WohndauerMieterVermieter
Bis 5 Jahre3 Monate3 Monate
5 bis 8 Jahre3 Monate6 Monate
Über 8 Jahre3 Monate9 Monate

3. Werktag — Stichtag für Ihre Kündigung

Was ist der 3. Werktag?

Die Kündigung muss spätestens am 3. Werktag eines Monats beim Empfänger eingehen, damit sie für diesen Monat zählt. Entscheidend ist der Zugang, nicht das Absendedatum.

Samstag = Werktag

Der BGH hat klargestellt, dass Samstag als Werktag zählt (VIII ZR 206/04). Nur Sonntage und gesetzliche Feiertage werden nicht mitgezählt. Unser Rechner berücksichtigt alle 9 bundesweiten Feiertage automatisch.

Zugang beweisen

Im Streitfall müssen Sie den rechtzeitigen Zugang beweisen. Sicherste Methode: Übergabe mit Zeugen oder Einschreiben mit Rückschein. Ein einfaches Einwurf-Einschreiben beweist nur den Einwurf, nicht den Zugang.

Frist verpasst?

Geht die Kündigung nach dem 3. Werktag ein, ist sie nicht unwirksam — sie gilt erst zum nächsten Termin. Das Vertragsende verschiebt sich um einen Monat.

Sonderkündigungsrechte

In bestimmten Fällen gelten verkürzte Fristen oder besondere Kündigungsrechte:

Mieterhöhung (§561 BGB)

Bei einer Mieterhöhung nach §558 BGB kann der Mieter bis zum Ablauf des 2. Monats nach Zugang Sonderkündigen. Der Vertrag endet mit Ablauf des Monats, in dem die Erhöhung wirksam würde.

Modernisierung (§555e BGB)

Nach Erhalt einer Modernisierungsankündigung kann der Mieter bis zum Monatsende Sonderkündigen. Der Vertrag endet dann am Ende des übernächsten Monats.

Tod des Mieters (§563a, §580 BGB)

Stirbt der Mieter, können sowohl Erben als auch der Vermieter innerhalb eines Monats außerordentlich mit gesetzlicher Frist kündigen.

Fristlose Kündigung (§543 BGB)

Bei schwerwiegenden Vertragsverletzungen (z. B. Mietrückstand von 2 Monaten) ist eine fristlose Kündigung möglich — ohne Einhaltung der ordentlichen Fristen.

Checkliste: Kündigung richtig formulieren

Schriftform: eigenhändige Unterschrift (§568 BGB)
Alle Mieter/Vermieter als Absender
An alle Vertragspartner adressiert
Kündigungstermin oder "zum nächstmöglichen Zeitpunkt"
Vermieter: Kündigungsgrund angeben (§573 Abs. 3 BGB)
Widerspruchsbelehrung bei Vermieter-Kündigung (§574b BGB)

Häufige Fragen

Wie lang ist die Kündigungsfrist für Mieter?
Mieter können immer mit einer Frist von 3 Monaten kündigen (§573c Abs. 1 BGB). Die Wohndauer spielt keine Rolle. Die Kündigung muss spätestens am 3. Werktag eines Monats beim Vermieter eingehen, damit sie zum Ende des übernächsten Monats wirkt.
Wie lang ist die Kündigungsfrist für Vermieter?
Die Frist hängt von der Wohndauer ab: Bis 5 Jahre: 3 Monate. Nach 5 Jahren: 6 Monate. Nach 8 Jahren: 9 Monate (§573c Abs. 1 S. 2 BGB). Der Vermieter braucht außerdem einen anerkannten Kündigungsgrund (§573 BGB), z. B. Eigenbedarf.
Zählt Samstag als Werktag für die Kündigung?
Ja. Der BGH hat entschieden, dass Samstag als Werktag im Sinne von §573c BGB zählt (BGH VIII ZR 206/04). Nur Sonntage und gesetzliche Feiertage sind keine Werktage. Beginnt der Monat z. B. an einem Donnerstag, ist der 3. Werktag der Samstag.
Was passiert, wenn ich die Frist verpasse?
Geht die Kündigung nach dem 3. Werktag ein, verschiebt sich alles um einen Monat. Beispiel: Kündigung am 5. Januar (nach dem 3. WT) → zählt erst ab Februar → Vertrag endet erst Ende April statt Ende März.
Kann der Mietvertrag eine längere Kündigungsfrist vorsehen?
Für den Vermieter: Ja, eine längere Frist ist zulässig. Für den Mieter: Nein — Klauseln, die die 3-Monats-Frist des Mieters verlängern, sind unwirksam (§573c Abs. 4 BGB). Kürzere Fristen sind für beide Seiten nur bei möblierten Zimmern möglich.
Gibt es Sonderkündigungsrechte?
Ja. Bei Mieterhöhung nach §558 BGB kann der Mieter bis zum Ende des 2. Monats nach Zugang Sonderkündigen (§561 BGB). Bei Modernisierungsankündigung gilt §555e BGB: Sonderkündigung bis Monatsende nach Zugang, Vertrag endet 2 Monate später.
Muss die Kündigung schriftlich erfolgen?
Ja, zwingend. Die Kündigung eines Mietverhältnisses über Wohnraum bedarf der Schriftform (§568 Abs. 1 BGB). Das bedeutet: eigenhändige Unterschrift auf Papier. E-Mail, SMS, WhatsApp oder Fax reichen nicht aus.
Ab wann läuft die Wohndauer für die Vermieter-Frist?
Ab dem Zeitpunkt der Überlassung des Wohnraums (§573c Abs. 1 S. 2 BGB). Das ist in der Regel der Mietbeginn laut Vertrag, nicht der Tag der Schlüsselübergabe. Frühere Mietverhältnisse zwischen denselben Parteien für dieselbe Wohnung werden zusammengerechnet.

Weitere Rechner

Rechtlicher Hinweis: Dieser Rechner berechnet die gesetzlichen Fristen nach §573c BGB. Er berücksichtigt keine abweichenden vertraglichen Vereinbarungen. Bei befristeten Mietverträgen, Gewerberaum oder Sonderfällen wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Mietrecht.